Seit vielen Jahren stand ein Trip nach London ganz oben auf meiner Wunschliste. Als sich, nachdem ich eine wirklich taffer Phase durchlebt hatte, der Nebel an Problemen lichtete, schrieb ich ich auf, was ich im Leben gern erreichen & noch sehen / erleben möchte – und diese Metropole stand ganz oben: London mit meinem Mann im Advent besuchen.

Tower Bridge – einmal drüberlaufen ist Pflicht gewesen 🙂

Der richtige Zeitpunkt kommt von allein

Bis dieser Traum war werden konnte, mussten noch ein paar Jahre vergehen. Entweder war die Portokasse leer oder die Adventszeit verplant oder wir waren gerade mit den Vorbereitungen für eine Auswanderung beschäftigt…. Irgendetwas war immer. Aber dieses Jahr sollte nix von dem der Fall sein. Und irgendwie habe ich verstanden, dass sich der richtige Zeitpunkt oft von allein ergibt. Der Trip war für mich das Highlight in einem sonst bisher eher unspektakulären 2017. Während wir die Tage an der Themse genossen, lies ich die Gedanken ab und an zurückschweifen und sowohl Dankbarkeit für dieses meine Leben, als auch Stolz auf die überwundenen Hürden machten sich in mir breit.

Das London Eye – langsam geht es die Runde herum, aber die Sicht ist unglaublich schön.

Im Rahmen unserer Reise nach London habe ich verstanden, dass das Leben seine Zeit braucht, und wir gut beraten sind, ihm diese zu geben, Aber genauso wichtig ist es, seine Ziele, Träume und Wünsche nie aus den Augen zu verlieren. Ich war immer davon überzeugt, dass ich in baldiger Zukunft da sein werde. Diese Erfahrung (und insbesondere die Kombination aus nicht aufgeben und trotzdem nichts übers Knie brechen) habe ich nicht erst einmal gemacht – und doch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich mich selbst fertig mache, wenn Dinge (noch) nicht erreicht sind oder ich verkrampft nach Lösungen suche.

Das (oder vielleicht auch nur mein) Leben mag grobe Ziele, aber keinen Zwang. Ich habe mir in den letzten Tagen fest vorgenommen, mein Leben stärker nach diesem Grundsatz zu leben:  Ziele, die tief aus meinem Innersten kamen, habe ich immer erreicht. Es gibt keinen plausiblen Grund für die Zukunft nicht darauf zu bauen – und keinen mich selbst permanent in einen Zustand aus Versagensangst & Stress zu setzen. Auf dem Weg zum Ziel jeden Moment erleben ist, was ich noch besser lernen muss.

 

English Breakfast zum Lunch – im Urlaub geht das schon einmal 🙂

10 Minuten sind viel Zeit – nicht nur in der U – Bahn in London

In London haben wir uns in der Regel mit der U – Bahn fortbewegt. Im Untergrund gibt es kein WLan – und so nutzte ich die Zeit oft, wie viele Londoner auch, zum lesen. Auch wenn wir manchmal nur 10 Minuten unterwegs waren, schaffte ich einige Seiten und kam in meiner Lektüre stetig voran. Wie oft denke ich mir, dass sich „die 10 Minuten jetzt“ irgendwas auch nicht mehr lohnt – dabei kann man in 10 Minuten soviel schaffen. Und über einen oder mehrere Tage verteilt kommt eine ganze Menge zusammen. Ich möchte bewusster meine Zeit nutzen und weniger Minuten ungenutzt verstreichen lassen.

Die Zeit in der U – Bahn habe ich gern zum Lesen genutzt.

In London hatten wir ein paar Fixpunkte, Dinge die wir unbedingt sehen wollten. Auf dem Weg dahin haben wir uns immer einfach treiben lassen. Keine strengen To- Do – Listen, keinen Zwang irgendwo sein zu müssen. Es gab nur das Ziel, die tollsten 5 Tage zu haben, die wir uns vorstellen haben.

Jeder Tag ist irgendwie eine Reise

Und auch wenn es im Alltagsleben nicht immer so einfach ist wie auf Reisen, so habe ich mir aus London doch dies als wichtigsten Vorsatz, als wichtigste Erkenntnis mitgebracht: Ich möchte von nun ab meine Lebenszeit, frei von unnötigen Ängsten, vor allem damit verbringen, jeden Tag so schön und erfüllend wir möglich zu gestalten. Ich werde mich nicht mehr selbst mit dem Gedanken fertig machen, irgendwann irgendwo sein zu müssen. Wo ich heute bin, ist richtig. Es liegt an mir, den Tag so zu gestalten, dass er mir die größte mögliche Freude und Erfüllung bringen. Es liegt an  mir, meine Zeit so zu gestalten, dass ich sie als Lebenswert empfinde.

So wie ich das Ziel London, und dann als wir da waren, die einzelnen Sehenswürdigkeiten, ohne Zwang mit dem Resultat erreichte, dass ich wohl eine meiner schönsten, unvergesslichsten Reisen erleben durfte, werde ich auch andere Ziele erreichen, wenn ich ihnen die Chance dazu gebe. Es gibt weder einen Grund daran zu zweifeln, noch den Weg dahin nicht ebenso einzigartig schön werden zu lassen.